📝 Widerrufs- und Reklamations-Vorlagen

Hintergrund

Widerruf nach § 355 BGB

Bei Fernabsatzverträgen (Online, Telefon, Versand) gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Erhalt der Ware. Eine Begründung ist nicht erforderlich. Die Frist beginnt erst, wenn der Händler ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht belehrt hat — sonst verlängert sie sich auf bis zu 12 Monate plus 14 Tage. Ausnahmen sind u. a. verderbliche Waren, individuell angefertigte Produkte und entsiegelte Hygieneartikel (§ 312g Abs. 2 BGB).

Gewährleistung nach § 437 BGB

Bei Mängeln innerhalb der zweijährigen Gewährleistungsfrist (bei Gebrauchtware ist eine Verkürzung auf 1 Jahr zulässig) hat der Käufer Anspruch auf Nacherfüllung — also Reparatur oder Austausch. Der Käufer hat das Wahlrecht, sofern eine Variante nicht unverhältnismäßig teurer ist. Erst nach einer angemessenen Frist (üblich: 14-28 Tage) und erfolgloser Nacherfüllung greifen Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz. Im ersten Jahr nach Kauf wird vermutet, dass der Mangel bei Übergabe vorlag (§ 477 BGB, Beweislastumkehr).

Hersteller-Garantie

Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers und tritt zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung. Was die Garantie konkret abdeckt, ergibt sich aus der jeweiligen Garantieerklärung. Eine 5-Jahres-Hersteller-Garantie ist nicht zwingend besser als die 2-jährige Gewährleistung — die Bedingungen entscheiden.